Im Auge
Igor strotzt vor Visionen
Im neuen Clubhaus des Camping- und Caravanningclub beider Basel trafen sich die Präsidenten der Reinacher Vereine zum Apéro der IG Ortsvereine Reinach. Deren Präsident Beat Böhlen hielt sich mit Attacken und gewagten Ideen nicht zurück.
Beat Böhlen spricht zu den Reinacher Präsidenten. Das Apéro der IG Ortsvereine Reinach bietet den Vereinen einen Plattform zum gegenseitigen Austausch.
Bild: lov
Mehrweggeschirr trifft Vereine
Igor-Präsident Beat Böhlen liess sich dann auch nicht Lumpen. Seine kurze Ansprache war gespickt mit Attacken und Visionen. Als erstes nahm er den Mehrweggeschirr aufs Korn. Er habe grundsätzlich nichts gegen ein sauberes Fest, so Böhlen. «Aber warum muss man ausgerechnet wieder mit den Vereinen beginnen.» Der Mehrweggeschirr bedeute Mehraufwand. Und dieser sei für ehrenamtlich tätigen Vereine nicht zu unterschätzen. «Man würde lieber bei Grossverteilern beginnen und ein Pfand auf Flaschen und Büchsen einführen», wetterte Böhlen.
Auch das drohende Ende des Vereins Robinsonspielplatzes Reinach machte er zum Thema. Es könne doch nicht sein, dass man diesen über 30 Jahre alten Verein einfach kaputt gehen lasse. «Dies passt nicht zum Unicef-Label ‹Kinderfreundliche Stadt› », richtete er seine Worte an die nicht anwesende Gemeinderätin Eva Chappuis.
Vereine haben eine grosse Macht
Dann wechselte der umtriebige Igor-Präsident zu den Visionen. «Seit 25 Jahren lebe ich in Reinach und die Sportzone Fiechten war damals schon ein Thema», sprach er ein weiteres heisses Eisen an. Wenn man nur die Politiker machen lasse, so der CVP-Einwohnerrat, dann werde die Sportzone wohl nie kommen. «Wir Vereine haben eine grosse Macht, wenn wir zusammenstehen», warb er für die Vision Sportzone. Und das gleiche galt auf für die Schwimmhalle: «Wir müssen etwas probieren!», zeigte sich Beat Böhlen voller Energie.
Gemeinderat Paul Wenger, im Ressort Freizeit und Kultur für die Vereine zuständig, bat um Verständnis darum, dass der Gemeinderat nicht allen Wünschen entsprechen könne. «Wir haben nur ein begrenztes Budget, und dieses verteilen wir nach festgesetzten Kriterien.» So spiele es etwa eine Rolle, wie hoch das Vermögen eines Vereins sei. Und in Sachen «offenes betreutes Kinderangebot» als Ersatz für den Robinsonspielplatzes arbeite man an Lösungen.
Nach dem offiziellen Teil blieb den Reinacher Präsidenten viel Zeit, um bei einem Glas Bier oder Wein und verschiedenen Leckerbissen über die Ideen und Visionen des Igor-Präsidenten zu diskutieren.
Beachten Sie auch die Bildstrecke zum Thema.
Die Igor ist die Interessensgemeinschaft der Reinacher Ortsvereine mit z.T. völlig unpolitischen Mitgliedern oder aber Mitgliedern jeder politischer Couleur. Diese zu vertreten ist Aufgabe des Igor-Präsidenten, und zwar neutral als Integrationsfigur und nicht auf diese polemische Art und Weise wie es Beat Böhlen immer wieder macht. Das grenzt an Amtsmissbrauch. Politik kann er als Einwohnerrat betreiben, als IGOR-Präsident sollte er sich zurückhalten.
Immer gegen die Gemeinde arbeiten und dann bei der erstbesten Gelegenheit die hohle Hand machen! So geht das nicht! Zum Robiverein: Vielleicht hatte dieser Verein eine schlechte Beratung, als es um den Rainenweg ging! Eine Schwimmhalle kann in Reinach vermutlich nicht von der Gemeinde alleine finanziert werden und die jährlichen Betriebskosten sind ein Fass ohne Boden. Populistische Worthülsen in den Raum werfen und konstruktive Mitarbeit sind zwei verschiedene Sachen! Das Zweite wäre mir von der Seite IGOR bedeutend lieber.
Wetter:
Reinach 20°

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Fabian Werren
22.09.09 : 15:45 Uhr
Ich bezweifle auch, dass sich die als IGOR-Präsi geäusserten «Meinungen» um diejenigen der Vereine (zumindest deren Mehrheit) handelt. Dies lässt – meiner Meinung nach – sein schon beinahe despotischer Führungsstil nur schwer zu.
In Bezug zum Robiverein ist für mich klar, dass dieser sich sein eigenes Grab geschaufelt hat. Das Risiko, sich (auf Kosten der Kids?) gegen ein Alternativprojekt zu engagieren und auf eine mögliche Alternative zu hoffen war hier definitiv zu gross. Jammern nützt nichts mehr. Aus. Vorbei. Mir tun nur die Kids leid, die ein gutes Freizeitangebot verloren haben. Dank u.a. auch dem Engagenment des Herrn IGOR-Präsidenten. Macht er also seine eigenen Vereine kaputt? Die Antwort soll sich jede/r Leser/in selbst geben.