Politik

Das Taunerhaus ist Geschichte

Seit Montag, 7. Dezember, wird das Taunerhaus an der Brunngasse 10 abgerissen. Es dauerte nur wenige Stunden, bis das geschichtsträchtige Gemäuer dem Erdboden gleich gemacht war.
Abbruch Taunerhaus
Aus und vorbei: Das Taunerhaus überlebte Napoleon und zwei Weltkriege – jetzt muss es einer Überbauung weichen. Bild: bwi
Es sei das älteste Gebäude, dass er bisher abgerissen habe, sagte Baggerführer Heinz Maurer von der Zimmerli AG aus Aarwangen, die mit dem Abbruch des Taunerhauses beauftragt worden war. Wie durch Butter sei die Baggerschaufel geglitten, so Maurer, «Besonders die Holzbalken waren morsch und zerstieben fast von selbst.» Maurer sagt's, wirft den Motor seines gelben Ungetüms wieder an, und zerbröselt das letzte Bruchstück, welches noch als Taunerhaus zu erkennen gewesen war: Ein roter Fensterrahmen mit grünen Fensterläden.

Fünf Tage sollen die Abbrucharbeiten dauern. Doch bei einem Augenschein am Montagnachmittag, 7. Dezember – fünf Stunden nach Arbeitsbeginn – ist vom Taunerhaus nur noch ein Haufen Steine, Metall und Holz übrig. An der Stelle, wo der Keller war, klafft ein tiefes Loch im Boden. Bis am kommenden Freitag wollen Heinz Maurer und seine Kollegen den Baugrund sauber und eben verlassen – so, wie es im Auftrag der Gemeinde vorgesehen ist. 

Nicht geglättet sein werden bis dahin die Wogen, welche der Zank um das über 300-jährige Gemäuer in der Reinacher Politik ausgelöst hat. Bis am letzten Tag vor der Abstimmung stritten Abrissbefürworter und -gegner erbittert um jede Stimme. Das Resultat sprach eine klare Sprache: Rund zwei Drittel des Stimmvolks sprachen sich für den Abbruch aus.

Anstelle des Taunerhauses soll es dereinst einen Taunerplatz geben. Das sehen die neusten Pläne zum Taunerquartier vor. Gut möglich, dass das in der Abstimmung unterlegene Komitee «Pro Taunerhaus» an dieser Stelle eine Gedenktafel aufstellen wird.  

Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Bildstrecke zum Abbruch des Taunerhauses.

Comment3 Kommentare

Christine Dollinger

15.01.10  :  11:37 Uhr

Kosten, die das Pro-Komitee verursacht haben soll? Wohl weil man das Taunerhaus – ihrer Meinung nach – grad hätte abreissen sollen? Aber Herr Nydegger, wissen Sie denn schon nicht mehr, dass der Einwohnerrat vor bald einem Jahr den Erhalt des Taunerhauses beschlossen hatte?

Das Komitee hätte es ja gar nicht gegeben, wenn nicht dagegen das Referendum ergriffen worden wäre (und nebenbei bemerkt: jedes Referendum verursacht Kosten). Entsprechend kann auch von Zwängerei nicht die Rede sein.

Verschiedene Meinungen gehören zu einer Demokratie, und jeder hat bei uns das Recht, seine Meinung öffentlich zu äussern und sich für sie einzusetzen. Warum sollte man deswegen den politischen Gegner abwerten?

Ich persönlich finde es schade, dass das Taunerhaus verschwunden ist, aber ich kann auch gut verstehen, dass das jahrelange Hin und Her für viele Leute zu lange gedauert hat und es nun einfach zu spät war. Warum aber sollte für diese Leute eine Gedenktafel ein Affront sein?! Ich selbst kann allerdings gut darauf verzichten.

J. Bellwald

11.01.10  :  14:24 Uhr

H.N., nicht eine Gedenktafel, sondern ihr Kommentar ist ein Affront. Der interessierte Normalbürger liest aus Ihren Zeilen klar heraus, dass Sie über das Taunerhaus und seine Geschichte NULL Ahnung haben. Aber auch Leute ohne Ahnung dürfen schreiben. Das löst dann wenigstens Kopfschütteln aus.

Heinz Nydegger

10.12.09  :  17:02 Uhr

Endlich ist das Taunerhaus abgebrochen worden. Es wäre noch interessant zu wissen, wie hoch sämtliche aufgelaufenen Kosten bis zum Abbruch waren: Abdeckung des Daches, Stützen und andere bauliche Sicherheitsmassnahmen über die ganzen Jahre sowie die Kosten, welche durch die Zwängerei des Pro-Komitees verursacht worden sind! Eine Gedenktafel wäre ein Affront gegenüber den Personen, welche für den Abbruch abgestimmt haben.
addComment Kommentar verfasssen
Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen.










Saxophonist Toth gestorben

Die Musik bestimmte sein Leben. Nun sind die Klänge des Reinacher Saxophonisten Janos Toth für immer verklungen. Er verstarb am 29. Mai völlig überraschend im Alter von 64 Jahren in seiner Heimat Ungarn. Lesen Sie seine Lebensgeschichte.

Letzte Kommentare

Nein zum «Alten Werkhof» – jetzt erst recht!

28.06.10  :  17:46 Uhr

Neue Wohnungen statt alte Deponie: Im letzten Wochenblatt hat Herr Nydegger von einem...
Urs Hintermann

Die reinacherzeitung.ch geht vom Netz

24.06.10  :  23:28 Uhr

Schade, wirklich sehr schade! Die Journalisten der ReiZ haben gute Arbeit geleistet, sich nicht...
Carmen Oriet

Die reinacherzeitung.ch geht vom Netz

21.06.10  :  22:28 Uhr

Na super, jetzt haben wir genau das, was wir bei der damaligen Einführung von...
Thomas Müller