Leserbriefe
Das Stimmvolk hat entschieden
24.06.09 : aktualisiert um 08:54 Uhr : 4 Kommentare
Reinach bleibt sich treu, die Zerstörungswut geht weiter. Nicht nur wir vom Pro-Taunerhaus-Komitee haben verloren, sondern Reinach und die zukünftigen Generationen. Ein 400-jähriges Kulturgut, ein Teil Reinacher Geschichte wird ausgelöscht. Einmal beseitigt, ist es unwiederbringlich verloren.
Wir haben das Gefühl, die Stimmenden haben aus zwei Gründen Nein gestimmt: Die einen hatten genug von der «unendlichen Geschichte» – durch das Referendum noch unnötig verlängert. Die anderen fürchteten eine finanzielle Belastung für die Gemeinde, obwohl aufgrund des geplanten Baurechtsvertrags mit der Stiftung kein Risiko bestand.
Wir bedauern, dass die Bevölkerung vom Referendumskomitee mit unsauberen Zahlen und Informationen versorgt und dadurch verängstigt wurde. Nie wurde ein Abbruch des Taunerhauses beschlossen, nur eine Berücksichtigung dieser Variante bei der Planung.
Der Referendumspräsident redete von Verzicht auf einen jährlich fünfstelligen Baurechtszins. Dieser ist im Vertrag aber vierstellig mit 4800 Franken beziffert und ohnehin allgemeine Gepflogenheit bei nicht-kommerziellen Projekten. Er sprach von einem möglichen Verkauf der Parzelle, dabei wird die Fläche leer bleiben und als Wiese weiter bestehen.
Das kurzsichtige Denken beängstigt. Der Dorfbach wurde eingedohlt, heute wird er ausgegraben. Die Birs wurde kanalisiert, heute wird sie renaturiert. Das Taunerhaus wird abgebrochen – und ist für immer verloren. Wir haben unser Möglichstes getan, dieses historische Gebäude zu erhalten. Es ist uns nicht gelungen. Nun bleibt uns nur noch zu hoffen, dass Reinach nicht vollständig eine anonyme Flachdach-Agglomerationsgemeinde wird.
Dies ist unsere Meinung, was nicht heisst, dass wir das Abstimmungsresultat nicht akzeptieren. In einer Demokratie bestimmt die Mehrheit jener, die abstimmen gehen. Wir danken allen, die uns unterstützt haben, ideell, finanziell oder mit ihrem persönlichen Einsatz, vor allem aber mit ihrer Stimme.
Was für eine traurige Gesellschaft haben wir heute, dass ein Hund weg muss, der niemandem etwas tut, sondern nur von Zeit zur Zeit bellt. Kinder dürfen heute nicht mehr lachen, schreien, Draussen spielen, schon wird gemotz. Kräht der Hahn, muht die Kuh, bellt der Hund, miaut die Katz... etc. wird gemotzt. Alle unnatürlichen Geräusche, wie Motorenlärm werden akzeptiert. Es ist eine verlogenge Gesellschaft die wir heute haben.
Myriam Endner
Ja, E. Walser, ich gehe mit Ihnen eingig. Hören Sie auf mit dem Kindergarten. Sie sind so voreingenommen, dass Sie den Tatsachen NIE in die Augen gesehen haben. Wenn Sie Stil und Sachpolitik wünschen, dann sollten Sie als Erstes Ihre Leserbriefe überarbeiten. Haben Sie den Brief vom Pro-Komitee bis am Schluss gelesen? Wenn Ja, warum ist denn Ihr erster Satz so daneben? Reinach bleibt sich treu - E.Walser ebenso. Für Tatsachen und belegte Argumente, nicht aus der Luft gegriffene!!!, sind Sie anscheinend nicht offen.
Wieso kann das Pro Komitee nicht den Volksentscheid so akzeptieren, wie er ist? Ob nun Baurechtszins in vier- oder fünfstelliger Höhe anfällt ist nicht relevant. Das Pro Komitee hat immer wieder erklärt, für die Gemeinde entstehen keine Kosten. Geschenkter Baurechtszins ist aber entgangener Gewinn. Diese Tatsache bleibt bestehen, ob es sich um 4800 Franken oder 10'000 Franken handelt. Also hat das Pro Komitee falsch informiert. Also genau das, was das Komitee den Gegner vorgeworfen hat. Ich kenne sehr viele Leute , welche als Argument nicht primär die Kosten als Entscheidungsfaktor angesehen haben, sondern dass die Gemeinde über 20 Jahre ein Haus verlottern liess und sich jetzt auf einmal anhören mussten, wie kostbar für die Geschichte dieses Haus und Bruchbude ist. Ich würde vorschlagen, mit dem Kindergarten aufzuhören und endlich wieder mit Stil zur Sachpolitik zurückzukehren.
Wetter:
Reinach 20°

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Jörg Kuhn
01.07.09 : 17:52 Uhr
Geschätzte/r E. Walser: ich vermag Ihrer Argumentation beim besten Willen nicht folgen. Nach meiner Kenntnis wird die Parzelle nach dem Abbruch des Taunerhauses freibleiben. Somit also nicht überbaut werden und folglich auch keine Baurechtszinsen abwerfen. Worin sollte denn der Ihrer Ansicht nach angeblich entgangene Gewinn bestehen? Sollten Sie besser informiert sein als ich, so lasse ich mich gerne belehren. mit freundlichen Grüssen: Jörg Kuhn