Politik
Taunerhaus: Pro-Komitee zieht in die Schlacht
Das Taunerhaus weckt Emotionen. Seit Jahrzehnten scheiden sich die Geister über dessen Zukunft. Die SVP verlangt den Abriss und hat dafür im Rahmen eines Referendums über 800 Unterschriften gesammelt. Nun entscheidet das Volk.
Keine parteipolitische Diskussion
In kürzester Frist hat sich ein breit abgestütztes Komitee pro Taunerhaus formiert. Vizepräsidentin Christine Dollinger erklärt, dass ausser der SVP alle politischen Färbungen von Reinach im Komitee vertreten sind. Denn der Kampf ums Taunerhaus habe nichts mit der Parteizugehörigkeit zu tun.
«Unser Ziel ist es, die Bevölkerung richtig zu informieren», erklärt Dollinger gegenüber der Reinacher Zeitung. Denn viele Leute seien der Meinung, man wolle die heutige «Bruchbude» erhalten. «Dem ist nicht so: Das Taunerhaus soll wieder so hergestellt werden, wie es beim Verkauf an die Gemeinde in den 1980er Jahren ausgesehen hat.»
Erhalt kostet die Gemeinde nichts
Auch in Sachen Kosten seien Falschinformationen im Umlauf, ärgert sich Christine Dollinger. «Fakt ist: Ob wir das Haus abreissen oder nicht, es wird die Gemeinde Reinach gleich viel kosten.» Denn der Einwohnerrat habe beschlossen, die für den Abriss vorgesehenen 60'000 Franken der Stiftung für Baselbieter Baukultur für den Erhalt des Taunerhaus zur Verfügung zu stellen.
Gemäss Dollinger hätte die Gemeinde weder mit der Renovation noch mit der Bewirtschaftung des ältesten Reinacher Gebäudes etwas zu tun. «Das Risiko trägt alleine die Stiftung, die das Haus im Baurecht übernimmt.» Nach ihren Informationen, wolle die Stiftung das Haus vermieten. «So viel ich weiss, haben sich bereits Interessenten gemeldet.»
Am 23. Mai gibt es ein Pro-Fest
Schlussendlich gehe es deshalb um die Frage, ob man gratis ein wertvolles Stück Reinacher Geschichte erhalten wolle oder nicht. «Mit dieser Botschaft werden wir in den kommenden Wochen in der Öffentlichkeit präsent sein», erklärt Christine Dollinger.
Geplant seien Flyer, Strassenaktionen und ein Podium, so Dollinger. «Am 23. Mai etwa machen wir beim Hotel Rynach ein Fest für die Bevölkerung.» Seit dem 30. April verfügt das Pro Komitee sogar über eine eigene Homepage (www.taunerhaus.ch oder www.pro-taunerhaus.ch).
Viel Zeit bleibt dem Pro Komitee jedoch nicht. Die Abstimmung ist bereits am 21. Juni.
Für E. Walser habe ich auf Reinachblog.ch extra ein aktuelles und ein altes Foto nebeneinander gestellt. Zumindest die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. @Hr. Wenger: Das Wort «Schlacht» ist hier nicht so abwegig. Wenn ich die Diskussion und Argumentation der neueren Zeit verfolge, so ist der (öffentlich vefolgbare) Schlagabtausch – also die einzelnen Gefechte der Argumente – doch sehr nahe an einer Schlacht. Wem jedoch die Stimmbürger schlussendlich glauben wird im Juni entschieden. Der Reinachblog.ch wünscht allen Reinachern und Reinacherinnen eine schöne – Taunerhaus freie – Woche!
Referendumskomitee zieht nicht in die Schlacht! Als Mitglied des Referendumskomitees distanziere ich mich von «Schlachtparolen» jeglicher Art. Die Taunerhausabstimmung vom 21. Juni 2009 soll sachlich und demokratisch vorbereitet werden. Unfaire Schlachtparolen haben hier nichts verloren. Ich unterstütze die Aussage des Pro-Komitees, dass die Taunerhausproblematik rein gar nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun hat. Beim Sammeln der Unterschriften habe ich erfahren, dass über alle Parteigrenzen hinweg Zustimmung für einen Abbruch vorhanden ist. Die Kostenfrage werde ich nochmals mit Fachleuten erörtern.
Persönlich bin ich der Meinung, dass die vom Pro-Komitee genannten Sanierungskosten nicht reichen werden. Und der Frage, was es die Gemeinde allenfalls doch kosten wird, werde ich ebenfalls zu klären versuchen. Was geschieht beispielsweise wirklich, wenn die Stiftung ihre finanziellen Verpflichtungen wegen unvorhergesehener Mehrkosten nicht mehr erfüllen kann?
Es geht in dieser Abstimmung auch nicht so sehr darum, ob man ein wertvolles Stück Reinacher Geschichte gartis erhalten will; nein, es gilt auch die Frage zu beantworten, weshalb gut erhaltene Taunerhäuser an der Ettingerstrasse nicht ausreichen, um dieses Stück Reinacher Geschichte völlig genügend zu dokumentieren. Das Referendumskomitee wehrt sich gegen Unterstellungen «Gerüchte» und «Fehlinformationen» verbreitet zu haben. Sollte das Komitee nachweislich wirklich nicht korrekt informiert haben, bitten wir um substantiell begründete und sachlich belegte Korrektur. Paul Wenger, SVP Reinach
Schade, dass nur ein Foto vor 25 Jahren publiziert wurde. Realistischer wäre eine Vorher/nachher-Ablichtung. Mit dem Kommentar, dass gemäss Komitee Pro Taunerhaus die Gemeinde die Sanierung nichts kosten soll, wird der Bürger angelogen. Es ist bekannt, dass die Gemeinde in Zukunft auf den Baurechtszins verzichtet. Das sind entgangene Einnahmen und wahrscheinlich nicht wenige. Also, wenn Frau Dollinger sagt, «Unser Ziel ist es, die Bevölkerung richtig zu informieren» resp das überparteiliche Komitee pro Taunerhaus will mit den Gerüchten und Fehlinformationen rund um das Taunerhaus aufräumen, dann soll das Komitee doch zuerst selber bei sich damit anfangen und vollständig transparent informieren und nicht nur mit Halbwahrheiten!
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E. Walser
03.05.09 : 23:39 Uhr
Danke für den Extradienst von F. Werren. Das war für ihn wohl eher als Werbung gedacht für seinen Reinachblog.ch. Da ich mich schon lange mit Taunerhäuser befasse, habe ich eine ganze Sammlung Fotos, aber die Reinacher Bürger hätten auch das Recht über die Medien transparent informiert und bebildert zu werden.