Politik

Warum will die SVP das Taunerhaus weg haben?

Wirkliche Argumente gegen das Taunerhaus sind schwer auszumachen. Womöglich steht der Kampf um das Taunerhaus stellvertretend für ein anderes Schlachtfeld.
Taunerhaus Fassade
Seit Jahrzehnten muss das Taunerhaus für ein politisches Seilziehen herhalten. Die Schäden daraus sind unübersehbar. Bild: lov

Ausser SVP-Vertreter setzen sich Politiker aller Reinacher Parteien für den Erhalt des Taunerhauses ein. Auch der Gemeinderat und der Einwohnerrat unterstützen die Stiftung für Baselbieter Baukultur bei ihren Bemühungen, das geschichtsträchtige Haus an der Brunngasse. Es stellt sich deshalb die Frage: Warum will die SVP das Taunerhaus weg haben?

Gemeinde spart auf keinen Fall
Ein Hauptargument der Taunerhaus-Gegner sind die Kosten: Ein Abriss komme billiger zu stehen als die vom Einwohnerrat veranschlagten 60'000 Franken. SVP-Vertreter sprechen von 30'000 Franken und beziehen sich auf eine entsprechende Schätzung aus der Privatwirtschaft. Die Befürworter fragen sich jedoch, ob in dieser Zahl die Entsorgung des Materials und Wiederinstandstellung des Geländes miteinberechnet sind.

Hinzu kommt, dass mit dem Referendum und der Volksabstimmung geschätzte Kosten von 40'000 Franken auf die Gemeinde Reinach zukommen. Damit belaufen sich Ausgaben für das Taunerhaus bereits auf mindestens 70'000 Franken (mindestens 30'000 Franken für den Abriss plus 40'000 Franken für die Abstimmung). Die Gemeinde Reinach spart also kein Geld.

Ist Zugang zur Einstellhalle das Problem?
In der ersten Einwohnerratssitzung im März führte SVP-Vertreter Adrian Billerbeck ein weiteres Argument aufs Feld: Wegen des Taunerhauses verteure sich der Bau der vorgesehenen Einstellhalle, da womöglich ein Autolift erstellt werden müsse. Fredy Fecker, Präsident der zuständigen Kommission für Planungsfragen, bestätigt: «Wenn das Taunerhaus stehen bleibt, muss für die Einfahrt in die Autoeinstellhalle eine andere Lösung gefunden werden.»

Es sei jedoch noch völlig offen, so Fecker, ob die Einstellhalle in diesem Fall mittels Autolift oder Rampe erschlossen wird. «Zurzeit besteht lediglich ein Konzeptplan für die Überbauung, es ist also noch alles möglich», weiss Fecker. Das Komitee pro Taunerhaus stellt sich zudem auf den Standpunkt, dass die Mehrkosten für eine andere Lösung nicht die Gemeinde, sondern die späteren Nutzer der Überbauung zu tragen haben.

Mit den Baubehörden unzufrieden
Warum also setzt sich die SVP derart intensiv gegen das Taunerhaus ein? Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass die alten Mauern stellvertretend für einen anderen Kampf herhalten müssen. Seit den Gemeindewahlen im vergangenen Jahr nahmen mit Eric Urban und Adrian Billerbeck zwei Architekten in der SVP-Fraktion Einsitz.

Eric Urban sorgte im Dezember mit einer öffentlichen Attacke gegen die Reinacher Bauverwaltung für Schlagzeilen. Sein erklärtes Ziel ist es, die Aufgaben des kommunalen Bauinspektorats dem Kanton zu übertragen. Er erhofft sich damit, dass Bauprojekte von den Behörden objektiver beurteilt werden.

Taunerhaus zwischen den Fronten
Die SVP kritisiert auch das Fachgremiums Stadtentwicklung. Dieses bevorzuge gewisse Architektenkreise, heisst es seitens der Rechtsbürgerlichen. Das Fachgremium unterstützt den Gemeinderat bei der Beurteilung von Bauprojekten, etwa im Rahmen von Quartierplänen wie jenen für das Taunerquartier.

Gut möglich also, dass der Widerstand gegen das Taunerhaus die Unzufriedenheit mit den Reinacher Baubehörden ausdrückt. Wo immer sich die Gelegenheit bietet, greift die SVP in die Strategie von Gemeinderat und Verwaltung zur Entwicklung von Reinach ein. Und das Taunerhaus ist zwischen die Fronten geraten.

Comment19 Kommentare

B. Jud

18.05.09  :  18:31 Uhr

Ich habe mir die Zeit genommen, die Webseite www.taunerhaus.ch genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei steht unter Projekt Erhalt Taunerhaus die Meinung von Fachleuten, u.a. Dalcher Studer Architekten, geschrieben: «...Welchen langfristigen Stellenwert diese Provokation hat, kann und will ich nicht bewerten, jedenfalls interessiert mich hier das Retten von Spuren, das Zurückgeben von Würde an ein als Abfall deklariertes historisches Gebäude. Dieses besitzt zwar keine besonders wertvollen historischen Details, hingegen sind die baulichen Voraussetzungen gegeben, dass mit qualifizierten Handwerkern das Gebäude mit überschaubarem finanziellen Aufwand saniert werden und in der Zukunft des ehemaligen Reinacher Dorfkerns eine bescheidene Funktion übernehmen kann.»

Nun, einerseits schreibt Herr Dalcher von einem historischen Gebäude, um gleich im nächsten Satz zu erklären, dass keine besonders wertvollen historischen Details vorhanden sind. Da scheint nicht mal der Architekt genau zu wissen, ob oder dann doch nicht, vielleicht aber doch historisch? Ferner wollte ich mich über die ebenfalls aufgeführten (als qualifiziert beschriebenen) Handwerker informieren. Auch da bin ich nicht sehr weit gekommen mit meinen Nachforschungen. Sei es im Handelsregister, im web oder eben nur ganz einfach im Telefonverzeichnis. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass drei von sechs aufgeführten Handwerker nicht mal im Telefonverzeichnis aufgeführt sind. Wenn diese Handwerker so qualifiziert sind, weshalb müssen sie sich dann verstecken?

Weiter werden auf der gleichen Liste noch 8 sanierte Objekte aufgeführt. Diese decken sich aber leider keinesfalls mit den Anschauungsbeispielen. Hier wäre interessant zu wissen, was wurde budgetiert und was effektiv abgerechnet. Auch die Fotos davor/danach mögen bei weitem nicht den Zustand (davor) des Taunerhauses in Reinach erreichen.

Schade, der Ansatz für die Information ist vorhanden, aber qualitativ leider überhaupt nicht überzeugend. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich Herr Dalcher mit einem poltisch brisanten Objekt profilieren möchte.

Jörg Kuhn

18.05.09  :  17:20 Uhr

Lieber Herr Jud,

Beim Taunerhaus müssen wir uns nun selbst bewegen. Am 21. Juni haben wir Gelegenheit dazu. Wir können nicht warten, bis sich die Politiker ändern. Für die Planung mit Taunerhaus entstehen für die Gemeinde keine zusätzlichen Kosten. Laut Nachfrage auf der Gemeinde könnten die Baukosten für die Investoren beim Bau einer Autoeinstellhalle mit Taunerhaus allenfalls unwesentlich teurer werden.

Im übrigen kennen Sie sicher schon unsere Webseite www.taunerhaus.ch, wo man sich umfassend orientieren kann. 1995 machte die Gemeinde bekanntlich schon mal einen missglückten Versuch, das Taglöhnerhäuschen für eine halbe Million zu renovieren. Heute haben wir die Chance, den Erhalt dank privater Initiative zu bekommen. Nutzen wir sie.

Diesen Samstag, 23. Mai, findet ab 11 Uhr beim Hotel Rynach das Taunerhausfest statt. Alles Nähere finden Sie auf der Webseite. Es wäre schön, Sie dort wieder zu sehen und eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Mit freundlichem Gruss, Jörg Kuhn

Fabian Werren

18.05.09  :  08:49 Uhr

Ja, genau so! Genau so stelle ich mir die Diskussion zum Taunerhaus vor, wie sie zwischen B. Jud und J. Kuhn abläuft. Sachlicher Umgang, respektvoller Ton. Danke!

B. Jud

17.05.09  :  10:08 Uhr

Lieber Herr Kuhn, es ist wohltuend, mit jemanden zu kommunizieren, der auch eine andere Meinung respektiert. Was mich persönlich an diesen emotional geladenen Diskussionen stört, ist, dass monatelang seitens der Stiftung im Grunde genommen nichts geschehen ist. Der Gemeinderat hat sogar nochmals die Frist erstreckt, damit die Stiftung den Finanzierungsnachweis erbringen konnte. Aber nichts ist geschehen.

Erst jetzt, wo die SVP das Referendum ergriffen hat, ist Bewegung bei den vermeintlich historisch gewandten Politiker und ihresgleichen aufgekommen. Da ist auf wundersame Weise das Geld auf einmal «zusammen gekommen», nach dem man vorher monatelang vergebens gesucht hatte. Nun werden die «Kontras» mit Haue bedacht, es wird ihnen Verzögerung vorgeworfen.

Es ist unglaublich, mit welchen Mitteln und Emotionen auf beiden Seiten gekämpft wird. Wo sind aber all die Kenner und Freunde des Taunerhauses in den letzten 20 Jahren gewesen. Wenn Dr. Martin Furter oder andere Persönlichkeiten schon vor Jahren erkannte haben wollen, dass das Taunerhaus schützenswürdig ist, wieso liessen denn die «Pros» das Haus noch weiter vor sich herlottern, nachdem die Berichte bekannt wurden? Wieso hat da der Gemeinderat wie auch der Einwohnerrat diesem «Verlottern lassen» einfach zugeschaut. Da hätte doch schon vor Jahren Bewegung in die «Pros» kommen müssen – haben die denn alle geschlafen? Dann wäre das Taunerhaus vielleicht, aber nur vielleicht auch im Inventar der komunal und kantonal schützenswerten Häuser aufgenommen worden. Selbst da hat es aber die Politik (oder die Pros?) nicht für schützenswert gehalten!

Ich bin überzeugt, hätte man vor 10–20 Jahren mit der gleichen Energie das Taunerhaus retten wollen, weil es eben so von grosser historischen Bedeutung sein soll, dann wäre eine Mehrheit gefunden worden. Aber eben, die entgegengesetzte Verhaltensweise der «Pros» in den letzen Jahren seit dem Kauf des Taunerhauses durch die Gemeinde hat nun den Ärger der «Kontras» auf sich gezogen. Dabei ist es für mich unerheblich, aus welchen poltischen oder nicht politischen Gruppierungen sich die Kontrahenten zusammensetzen. Es gibt andere und sehr gute restaurierte Taunerhäuser.

Ein vernünftig denkender Mensch muss aber zugeben, dass das Taunerhaus die Quartierplanung in einem erheblichen Masse beeinträchtigt und vor allem verteuert. Mir gefallen alte Häuser, welche in einem das Gefühl aufkommen lassen, die Zeit sei stehen geblieben. Aber sollte dieses Taunerhaus erhalten bleiben, in diesem Haus zu wohnen, umgeben von mordernen hohen Häusern, tagtäglich den Blick aus dem Fenster gerichtet, zeigt lediglich moderne «Baukunst» und vorallem je nach Höhe der umliegenden Häuser wenig Sonneneinstrahlung.

Ich bin auch für Alt und Neues nebenher, aber nur wenn es ökologisch und vernünftig erscheint. Herr Kuhn, Sie haben in einem früheren Votum bereits den Konsens in der Politik angesprochen; da muss ich Ihnen völlig Recht geben. Diese Fähigkeit ist leider den meisten Politikern abhanden gekommen. Sie haben richtig erkannt, das ist mit Sicherheit auch ein Grund für die Stimmabstinenz und Hand aufs Herz; alle Parteien kämpfen je länger, je mehr darum, gute Leute für die Politik zu gewinnen. Solange unser Politiker nicht bereit sind, ihre Verhaltensweise zu ändern, wird sich leider nichts bewegen.

Jörg Kuhn

16.05.09  :  13:18 Uhr

Lieber Frau Jud, Ihr Kommentar hat mich sehr gefreut und Ihre Überlegungen sind nachvollziehbar. Sie haben Recht: Vergleiche hinken oft. Es wäre auch vermessen, wollte ich unsere Renovation mit dem für's Taunerhaus benötigten Aufwand vergleichen. Ihre Gefühle und Bedenken beim Anblick des verlotterten Taunerhauses kann ich gut nachempfinden: wie sollte aus dieser «Bruchbude» wieder etwas Ansprechendes werden?

Und mit Überraschungen muss man bei solchen Altbausanierungen immer rechnen. Auch das stimmt. Auch ich hatte zeitweise Zweifel, ob das je wieder mit vernünftigem Aufwand bewohnbar gemacht werden kann. Ein gewisses Risiko muss man in Kauf nehmen. Wenn's dann gelingt, ist die Freude umso grösser.

Zu «noch kein konkretes Nutzungskonzept»: ich gehe davon aus, dass Sie die Äusserungen dazu der Stiftung im Wochenblatt v. 30.4. gelesen haben. Die Stiftung ist jedenfalls zuversichtlich,das polyvalente Wohn- und Arbeitshaus in zentraler, ruhiger Lage vermieten zu können für rund 1500.- (ca. 80m2 Wohnfläche + 50m2 Nebenräume mit 2 Kellern, inkl. Amortisation, Erneuerung). Mir scheinen diese Angaben einstweilig genug konkret zu sein. Sie sehen dies scheinbar anders. Aber das ist Ihr gutes Recht. Hier besteht sicher ein gewisser Ermessensspielraum.

Trotz Ihrer Bedenken sind inzwischen der Stiftung (Stand: 6.5.09) für den Erhalt dieser «Bauruine» Fr. 147'670.- Zusagen und Spenden für den Erhalt eingegangen! Dies ist doch unglaublich, oder nicht? Wann hat es sowas in Reinach jemals gegeben? Ist dies nicht verrückt? Und stellen Sie sich vor, die ca. Fr. 40'000.- Abstimmungskosten könnten stattdessen der Stiftung für den Erhalt zur Verfügung gestellt – und damit gleichzeitig geäusserte Bedenken bezüglich zu knapper Kalkulation berücksichtigt werden. Ich weiss, dies sind Wunschträume. Aber wir brauchen wieder Visionen und Lösungen ohne Verlierer.

Wir müssen wieder lernen, aufeinander zuzugehen, anstatt Feindbilder zu pflegen. Nur so bringen wir Reinach vorwärts!

Mit freundlichem Gruss, Jörg Kuhn

B. Jud

13.05.09  :  10:14 Uhr

Lieber Herr Kuhn, erlauben Sie mir doch eine Bemerkung zu Ihrer Liegenschaft. Wir hatten schon persönlich darüber gesprochen. Ich zweifle keinen Augenblick, dass Sie weniger Kosten für die Sanierung aufgewendet hatten. Aber Hand auf's Herz, Ihre Liegenschaft war auch nicht im gleichen desolaten Zustand. Auch wussten Sie von Anfang an genau, was Sie daraus machen wollten. Die Stiftung hat aber noch kein konkretes Nutzungskonzept vorgelegt, was das Taunerhaus mal beinhalten sollte (wie Coiffeursalon, Restaurant, Wohnung u.a.).

Dann gehört auch Glück dazu, dass bei der Sanierung von Altliegenschaften keine «Leiche im Keller» zum Vorschein kommt. Das mag ich Ihnen auch gönnen. Aber wenn ich beim heutigen Taunerhaus vorbeigehe, kommt in mir immer das Gefühl auf, dass bei jedem Windstoss das Haus in sich zusammen fallen konnte. Ich habe Kenntnis von zwei Sanierungen in Reinach, welche doch einiges mehr gekostet haben.

Jörg Kuhn

13.05.09  :  01:38 Uhr

Sehr geehrter Herr Wenger

Entscheidend ist doch der Punkt, dass sich über Jahre Leute für den Erhalt des Taunerhauses eingesetzt haben und nun auch den finanz. Tatbeweis geleistet haben. Dieses private Engagement sollte doch honoriert werden. Das aufgeführt sein oder nicht in einem Verzeichnis ist so betrachtet doch zweitrangig. Ebenso die Diskussion, ob es sich wirklich um «echtes» Taunerhaus handelt oder nicht.

Gute Politik sucht kluge Konsenslösungen und produziert möglichst wenige Verlierer. Solche Politik war doch stets ein Markenzeichen der Schweiz. Je mehr Verlierer wir produzieren, desto grösser wird doch die Stimmabstinenz werden und die Bereitschaft, sich für das Gemeinwesen zu engagieren, sinken. So gesehen, müsste diese Chance unbedingt wahrgenommen werden. Es sei denn, dass zwingende Gründe für einen Abbruch sprächen. Plausible Begründungen dafür kenne ich bisher nicht.

Mit freundlichem Gruss, Jörg Kuhn

Jörg Kuhn

13.05.09  :  01:14 Uhr

Sehr geehrte/r Frau/Herr Walser

Wir haben – zwar vor 14 Jahren – unsere Abbruchliegenschaft noch viel günstiger renoviert, als für die von Ihnen erwähnten 470'000 + 60'000 Franken. Sie können gerne einmal vorbeikommen!

Mit freundlichem Gruss, Jörg Kuhn

Yvan Jeker

12.05.09  :  14:51 Uhr

Mit Interesse haben wir in der Reinacher-Zeitung den Artikel von Lorenzo Vasella über das Taunerhaus Reinach gelesen. Ebenso spannend waren die ersten Kommentare von E. Walser, B. Jud und E. Zurfluh. Vieles scheint unklar zu sein. Die neusten agressiven Reaktionen bestätigen dies. Vorgefasste Meinungen – Ohren zu.

Anstelle von Ping-Pong-Leserbriefen gibt es eine gute Möglichkeit, Facts aus erster Hand zu erfahren. Wir laden alle Interessierten ein, im Speziellen B. Jud, Lorenzo Vasella, E. Walser und E. Zurfluh, unser Taunerhaus-Fest vom 23. Mai 2009, ab 11.00 Uhr beim Hotel Rynach zu besuchen. Diskutieren Sie mit uns, teilen Sie uns Ihre Bedenken und Anliegen mit. Wir freuen uns auf Sie!

Komitee Pro Taunerhaus Reinach, Yvan Jeker, Präsident

E. Zurfluh

12.05.09  :  09:41 Uhr

Auch F. Wirth ist zu raten, sich besser zu informieren und vor allem zu recherchieren. Das Taunerhaus ist NICHT im Verzeichnis aufgeführt. Es ist doch mehr als merkwürdig, dass ein Kenner wie Dr. Martin Furter das Taunerhaus als schützenswert betrachtet, aber dieses dann doch nicht im Verzeichnis aufgeführt ist. Da bleiben einige Fragezeichen offen, ohne die fachliche Qualifikation von Dr. M. Furter in Abrede zu stellen.

Wenger paul

12.05.09  :  09:37 Uhr

Lieber Herr Wirth,

Die Gegner behaupten gar nichts! Punkt 1: Was Frau Brigitte Frei-Heitz wirklich sagte, weiss ich persönlich nicht! Punkt 2: Ich habe mir persönlich das Bauinventar Kanton Basel-Landschaft, Gemeinde Reinach, besorgt. Ich habe es vor mir. Und darin ist das Taunerhaus unter «kommunal zu schützen» NICHT enthalten. Wenn Frau Frei-Heitz was anderes sagt, dann entspricht dies nicht der Wahrheit.

Und wenn Sie mir nicht glauben, dann erkundigen Sie sich bitte zusätzlich auf der Gemeindeverwaltung. Und wenn Sie es wünschen, kann ich Ihnen gerne Auszüge aus diesem Inventar senden. Ich bitte Sie persönlich, inskünftig mit nicht zutreffenden Behauptungen aufzuhören.Ich stehe ein für seriöse Arbeit und habe diesen Punkt wirklich sauber recherchiert.

Kommunal geschützt ist übrigens das «Arbeiterhaus» an der Ettingerstrasse 7. Herr Dr. Furter mag aus seiner persönlichen Sichtweise recht haben. Aber wenn das besagte Taunerhaus wirklich als Musterbeispiel herhalten soll, dann wundere ich mich erst recht, dass das Bauinventarg dies nicht berücksichtigt. Fazit: Bitte nicht behaupten, wir würden behaupten.

Paul Wenger

E. Walser

12.05.09  :  09:33 Uhr

Was Frau Brigitte Frei-Heitz gesagt hat weiss ich nicht. Aber ich weiss, dass das Taunerhaus nicht im Verzeichnis aufgeführt ist wie Franz Wirth dies behauptet. Ich habe dieses Verzeichnis eingesehen. Also bitte, auch Franz Wirth soll keine falschen und irreführenden Aussagen machen! Das Werk von Dr. Martin Furter stelle ich sicher nicht in Zweifel. Doch es können zehn so genannte ausgewiesen Kenner zu einer Sache befragt werden und Sie werden mehrere Meinungen bekommen!

Franz Wirth

11.05.09  :  20:09 Uhr

Von Gegnern wird immer wieder behauptet, das Taunerhaus Brunngasse 10 in Reinach werde in keinem Verzeichnis schützenswerter Bauten erwähnt, und Fachleute stuften es als nicht schützenswert ein. Das Gegenteil ist richtig: Gemäss Äusserung der kantonalen Denkmalpflegerin Brigitte Frei-Heitz weist das kantonale Bauinventar das Häuslein als «kommunal schützenswert» aus. (Basler Zeitung vom 30.10.2008). Und in seinem Buch «Die Bauernhäuser der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt» (Basel 1999), dem Standardwerk zu diesem Thema, behandelt der ausgewiesene Kenner Dr. Martin Furter auf den Seiten 345 bis 350 ausgerechnet das Reinacher Taunerhaus als Musterbeispiel dieser Spezies.

E. Walser

11.05.09  :  07:18 Uhr

Bei allem Respekt Christine Dollinger. Dass mit 470'000 + 60'000 Franken die Finanzierung gesichert sein soll, ist doch sehr den Mund voll genommen! Dieser Geldbedarf reicht nicht mal für das Wesentliche. Jeder der schon mal eine Altliegenschaft saniert hat weiss, dass sehr viel Überraschungen zum Vorschein kommen. Aus eigener Erfahrung schätze ich, dass die Sanierungskosten im Taunerhausfall gut über 700'000 Franken betragen können!

Franz Hartmann

10.05.09  :  16:10 Uhr

Mit seinem Artikel über das «Taunerhaus» ist Lorenzo Vasella eindeutig zu weit gegangen. Prädikat «Schämm Di». Er wirft der SVP vor, keine wirklichen Argumente gegen das «Taunerhaus» zu haben. Für mich handelt es sich bei dieser Ruine eben gar nicht um ein Taunerhaus, weil überhaupt kein Ökomomieteil vorhanden ist. Die typischen Taunerhäuser verfügen – wie ein normales Bauernhaus – auch über einen Ökonomieteil mit Scheune uns Stall, wenn auch in bescheidener Grösse. Offensichtlich ist dieser Teil in Reinach zugunsten von Wohnungen umgebaut worden.

Somit ist es der Bevölkerung Sand in die Augen gestreut, wenn behauptet wird, dass dieses einzigartige Zeugnis der Reinacher Geschichte erhalten werden muss und wieder als schmuckes Wohn- und Arbeitsgebäude sinnvoll genutzt werden kann. Wenn man den ursprünglichen Zustand des Gebäudes wieder herstellen wollte, wären erheblich mehr Mittel nötig. Kein Wunder also, dass das Reinacher «Taunerhaus» nicht im Bauinventar des Kantons Baselland als schutzwürdiges Objekt aufgeführt ist.

E. Zurfluh

10.05.09  :  09:40 Uhr

Komisch, dass Ch. Dollinger von einem konkreten Nutzungskonzept schreibt. Es sind lediglich Ideen wie Coiffeursalon, Café usw. vorhanden. Ideen sind aber kein konkretes Nutzungskonzept. Ch. Dollinger soll in Klartext und transparent schreiben und nicht ein solches «Wischiwaschizeug» verbreiten. Denn es ist ein grosser Unterschied, ob ein Coiffeursalon, Café oder Wohnung im Taunerhaus entsteht. Der Ausbau ist dann in jeder Hinsicht sicherlich nicht der gleiche!

Christine Dollinger

07.05.09  :  17:52 Uhr

Die Finanzierung des Taunerhauses ist heute gesichert und es besteht ein konkretes Nutzungskonzept – das ist der fundamentale Unterschied zum März 2007, als der Abbruch mit 60'000 Franken bei weitem die günstigste und einfachste Variante war (Vorlage 891). Deshalb hatte der Einwohnerrat damals den Gemeinderat mit einer Planung OHNE Taunerhaus beauftragt (nicht aber den Abbruch beschlossen, wie fälschlicherweise immer wieder gesagt wird).

In der Folge bot die Stiftung für Baselbieter Baukultur an, das Taunerhaus aus eigenen Mitteln zu restaurieren, ohne Kosten für die Gemeinde, weshalb von da an MIT Taunerhaus geplant wurde. Der geplante Baurechtsvertrag überträgt das gesamte Risiko auf die Stiftung, und so hat 2 Jahre später der Einwohnerrat JA gesagt zum Erhalt des Taunerhauses!

Was genau die Gründe sein könnten (vielleicht auch politische?), warum ein Gebäude, das im Inventar der erhaltenswerten Bauernhäuser steht, nicht auch auf der kantonalen Liste erscheint, sei dahin gestellt, so oder so gibt es in Reinach kein vergleichbares Objekt, das sogar den Dreissigjährigen Krieg überstanden hat und entsprechend ganz gewiss geschichtsträchtig ist!

B. Jud

07.05.09  :  07:06 Uhr

Herr Vasella, das ist peinliche Boulevard-Presse und hat absolut nichts mehr mit einem sauber recherchierten und substanziell haltbaren Artikel zu tun. Ich wusste nicht, dass Sie inzwischen unter die Märchenerzähler gegangen sind!

E. Walser

06.05.09  :  23:59 Uhr

Taunerhaus – Bedenklicher Boulevard-Journalismus von Herrn Vasella Ich weiss es nicht. Steckt hinter dem Artikel von Herrn Vasella ein wenig begabter Märchenschreiber, der krampfhaft nach einer publikumswirksamen Geschichte sucht? Peinlich wenig Sachlichkeit, verehrter Herr Vasella.

Wieso die SVP Reinach und viele Mitunterzeichner des Referendums dieses Taunerhaus nicht mehr wollen, weiss ich selbstverständlich auch nicht. Aber vielleicht gibt es gute Gründe. Ein Blick in verschiedene im Internet abrufbare Vorlagen, Kommissionsberichte und Bauinventare des Kantons Basel-Landschaft und dergleichen zeigen beispielsweise folgendes: Das Taunerhaus an der Brunngasse in Reinach ist in keinem Verzeichnis aufgeführt, welches schützenswerte Bauten auflistet; weder kantonal noch kommunal. Wieso ist das so? Vermutlich, weil eben dieses Haus von Fachleuten (Architekten, Historiker und Kunsthistoriker) nicht als schützenswert eingestuft worden ist?

Oder geht Herr Vasella automatisch davon aus, dass sich die beurteilenden Fachgremien in diesem Punkt geirrt haben. Wieso weiss Herr Vasella, dass es sich hier um ein angeblich geschichtsträchtiges Haus handelt und wieso wusste dies die letzen 20 Jahren niemand mit der nun sichtbaren Dringlichkeit? Da hat ja wohl eher Herr Vasella eine etwas verzerrte Optik.

Es ist in Reinacher Einwohnerratsvorlagen im Internet (zum Glück gibt es Internet) nachzulesen, dass sich der Gemeinderat aus ökonomischen Überlegungen gegen den Erhalt des Taunerhauses ausgesprochen hat. Herr Vasella spekuliert etwas riskant, wenn er annimmt, nur die SVP sei gegen den Abbruch des Taunerhauses. Ein Blick auf die Namen des Referendumskomitees lässt jedenfalls für mich auch andere Schlüsse zu. Auch einige Gedanken zur Zahl der gesammelten Unterschriften bestätigen Herr Vasellas Annahme wohl kaum.

Aufgrund welcher Überlegungen Herr Vasella eine mehr als abenteuerliche Theorie zwischen den beiden Architekten der SVP-Einwohnerratsfraktion und dem Referendum konstruiert, ist für einen Normalbürger nicht nachvollziehbar. Wieso wird eine andere Meinung und das Ausnützen von politischen Mitteln durch die SVP permanent als Angriff gegen den Gemeinderat oder eine Behörde gedeutet.

Eine Partei, egal welche, ist letztlich dazu da einzugreifen, wenn sie es als nötig erachtet. Sonst braucht es ja gar keine Parteien mehr. Politische Rechtsmittel sind gerade dazu geschaffen worden. Und wenn Sie dies nicht mehr akzeptieren können, sehr geehrter Herr Vasella, dann empfehle ich Ihnen, sich schnellstens in der Politik zu engagieren und mitzuhelfen, die nötigen Gesetze abzuschaffen. Zu technischen Fragen kann ich mich nicht äussern, weil ich davon nichts verstehe.

Und ob die Gemeinde spart oder nicht, wird die Geschichte vielleicht mal zeigen. Ich bin mal gespannt, wie sich die Akteure der verschiedenen Lager in den nächsten Tagen und Wochen äussern werden.

Jede Seite wird für ihre Interessen und Überzeugungen einstehen. Es ist irgendwie auch spannend, diese Entwicklung mitzuverfolgen. Ich hoffe nur, dass alle Beteiligten wahrheitsgetreu und transparent informieren. Herzliche Grüsse an alle Parteien!

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